Ich mochte bereits den ersten House Flipper. Häuser kaufen, renovieren, Wände streichen, Möbel austauschen und aus einer heruntergekommenen Bruchbude nach und nach wieder ein gemütliches Zuhause machen – dieses Spielprinzip kann unglaublich entspannend sein.
Trotzdem gab es im ersten Teil immer wieder Momente, in denen ich merkte, dass vieles noch etwas umständlich, altbacken oder schlicht eingeschränkt war (zum Beispiel das Streichen).
Und dann kam House Flipper 2.

Ich hatte natürlich damit gerechnet, dass der Nachfolger einige Dinge verbessert. Was mich allerdings überrascht hat: Bereits nach kurzer Zeit fühlte sich House Flipper 2 für mich nicht einfach nur wie eine Weiterführung an. Es fühlt sich an wie das Spiel, das House Flipper eigentlich immer sein sollte.
Spielverlauf
Das grundsätzliche Spielprinzip hat sich natürlich nicht verändert – und das ist auch gut so.
Wir übernehmen zunächst kleinere und größere Aufträge und kümmern uns um Häuser, deren Besitzer dringend unsere Hilfe benötigen. Mal muss hauptsächlich aufgeräumt und sauber gemacht werden, mal wartet eine deutlich umfangreichere Renovierung auf uns. Im Storymodus gibt es sowohl kurze Aufträge als auch größere Renovierungsprojekte.
Kurzum: Wir müssen Müll einsammeln, Dreck entfernen, Wände streichen, Böden verändern, Möbel austauschen, Räume umgestalten und aus einem kleinen Chaos langsam wieder etwas machen, in dem man tatsächlich wohnen möchte.
Genau dieser Ablauf hat mir schon im ersten House Flipper gefallen.
Im zweiten Teil fühlt sich das Ganze für mich allerdings wesentlich angenehmer und irgendwie … vollkommender an.
Die Aufträge wirken abwechslungsreicher und vor allem das eigentliche Arbeiten macht mir deutlich mehr Spaß – nicht zuletzt durch die stark vereinfachte Handhabung. Ich ertappe mich viel häufiger dabei, dass ich nicht einfach nur die Aufgabenliste abarbeite, sondern mir das Haus anschaue und überlege:
Was würde ich daraus machen?
Denn obwohl wir natürlich weiterhin Aufgaben erfüllen, entsteht viel schneller dieses Gefühl, tatsächlich selbst an einem Haus zu arbeiten und es Stück für Stück zu verändern.
Neben dem Storymodus gibt es außerdem einen Sandboxmodus. Dort können wir sogar komplett eigene Häuser von Grund auf bauen, anstatt lediglich vorhandene Gebäude zu renovieren. Damit geht House Flipper 2 einen großen Schritt über das hinaus, was ich vom ursprünglichen Spiel erwartet hätte.
Merkmale
Die Grafik ist viel besser geworden – House Flipper 2 sieht einfach wesentlich besser aus. Dabei geht es mir gar nicht darum, dass das Spiel möglichst fotorealistisch aussehen müsste. Ganz im Gegenteil.
Die Grafik ist quasi eine verbesserte Version des ersten Teils. Alles wirkt heller, freundlicher und vor allem wesentlich einheitlicher. Das gesamte Spiel besitzt dadurch für mich viel mehr Atmosphäre. Gerade bei einem Spiel, in dem wir sehr viel Zeit damit verbringen, Räume einzurichten und schöne Häuser zu gestalten, ist das enorm wichtig.
Wenn ich einen Raum fertig renoviert habe, möchte ich am Ende auch davorstehen und denken: Ja. Genau so sollte das aussehen. Und dieses Gefühl habe ich in House Flipper 2 deutlich häufiger.
Die Werkzeuge fühlen sich besser an
Auch beim eigentlichen Renovieren merkt man schnell, dass sich einiges verändert hat.
Viele Arbeiten fühlen sich komfortabler und moderner von der Steuerung her an. Gerade beim Streichen und Gestalten der Wände gefällt mir, dass ich genauer festlegen kann, welchen Bereich ich bearbeiten möchte. Dadurch habe ich wesentlich mehr Kontrolle und streiche nicht ständig irgendwo herum, wo ich eigentlich überhaupt keine Farbe haben wollte.
Generell wirken die Werkzeuge auf mich durchdachter.
House Flipper 2 versucht nicht, das Rad komplett neu zu erfinden. Stattdessen wurden viele der bekannten Arbeiten überarbeitet und angenehmer gestaltet. Und genau das ist meiner Meinung nach der richtige Weg für einen Nachfolger.
Mehr Freiheit beim Gestalten
Ebenfalls deutlich besser gefällt mir die Freiheit beim Einrichten und Bauen.
Es fühlt sich weniger danach an, lediglich fertige Gegenstände irgendwo in einen Raum zu stellen. Gerade durch die erweiterten Möglichkeiten beim Bauen und Gestalten kann ich Häuser wesentlich stärker verändern.
Und spätestens der Sandboxmodus setzt dem Ganzen die Krone auf. Hier darf ich Häuser sogar von Grund auf selbst erschaffen. Für Spieler, die besonders gerne bauen und einrichten, dürfte dieser Modus vermutlich irgendwann zu einem kleinen Zeitfresser werden.
„Ich baue nur schnell noch dieses Zimmer fertig.“ – Ja, natürlich.
Drei Stunden später überlegt man wahrscheinlich noch, ob diese eine Lampe fünf Zentimeter weiter links nicht doch besser aussehen würde.
Und was ist mit Elektrizität?
Auch bei der Elektrik gibt es eine nette Neuerung. In House Flipper 2 kann man an der Elektrizität arbeiten, aber es funktioniert anders als im ersten Teil: Es gibt kein detailliertes Zusammenschrauben von Steckdosen mehr, dafür aber ein praktisches System zum Verlegen und Verbinden von Kabeln für Lampen und Schalter. Lichtschalter und Lampen können miteinander verbunden werden. Ein Schalter kann dabei sogar mehrere Lichtquellen steuern. House Flipper 2 besitzt dafür eine entsprechende Verkabelungsfunktion.
House Flipper 2 bleibt auch hier vor allem ein Renovierungs- und Gestaltungsspiel. Die Möglichkeit, Lichtschalter sinnvoll mit Lampen zu verbinden, reicht mir bereits völlig aus, um einem selbst gestalteten Haus noch ein kleines Stück mehr Funktionalität zu verleihen.
Kleine Arbeiten machen plötzlich Spaß
Was mich bereits beim ersten Teil überrascht hat, funktioniert auch hier: Viele eigentlich vollkommen banale Tätigkeiten machen einfach Spaß.
- Aufräumen
- Putzen
- Streichen
- Müll wegwerfen
- Möbel verschieben
Eigentlich müsste ich mich nur einmal von meinem Computer wegdrehen und könnte einige dieser Tätigkeiten sogar kostenlos erledigen. Aber dann denke ich mir immer … Neee, lass mal 😄
House Flipper 2 besitzt dieses herrlich befriedigende Gefühl, wenn aus einem völlig verdreckten Raum langsam wieder etwas Schönes entsteht.
Man entsorgt den Müll, verschönert die Wände und kauft einige Möbel und etwas Dekoration. Und plötzlich steht man in einem Raum, der mit dem ursprünglichen Chaos kaum noch etwas gemeinsam hat.
Genau dieser Vorher-Nachher-Effekt ist für mich wieder eine große Stärke des Spiels.
DLC’s
Auch der zweite Teil besitzt wieder jede Menge zusätzlicher DLCs – das am meisten geforderte wird allerdings erst im Laufe von 2026 veröffentlicht: House Flipper 2 Pets.

Bald wird es wieder die süßen vierbeinigen Mitbewohner geben, die bereits unsere Wohnung im ersten Teil mit ihrer tolpatischen Art ein wenig heimischer gemacht haben.
Es wird 40 Hunde- und Katzenrassen geben, 30+ kleinere Haustierarten, 10 einzigartige Häuser für Tierliebhaber und 4 tierbezogene Objektmontagen.
Fazit
Ich hatte Spaß mit dem ersten House Flipper – aber House Flipper 2 begeistert mich deutlich mehr.
Der Nachfolger verändert das grundlegende Spielprinzip nicht vollkommen – und das musste er meiner Meinung nach auch überhaupt nicht. Stattdessen wurde genau dort angesetzt, wo Verbesserungen notwendig waren.
Die Grafik wirkt schöner und wesentlich stimmiger. Das Renovieren fühlt sich angenehmer an. Die Werkzeuge und Gestaltungsmöglichkeiten geben mir mehr Freiheit und die Aufträge motivieren mich deutlich stärker dazu, nicht nur eine Aufgabenliste abzuarbeiten, sondern tatsächlich etwas Schönes aus einem Haus zu machen.
Dazu kommt mit dem Sandboxmodus eine Möglichkeit, die das Spiel für kreative Spieler noch einmal enorm erweitert.
Für mich ist House Flipper 2 deshalb eines dieser seltenen Beispiele für einen Nachfolger, bei dem ich nach einigen Stunden denke: „Genau so hätte der erste Teil eigentlich schon sein sollen.“
Wer House Flipper bereits mochte, dürfte sich im zweiten Teil sofort heimisch fühlen.
Nur eben in einem frisch renovierten Zuhause. 😉



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